Baukasten-Vergleich: Ratgeber für die Schweiz


Jimdo, Wix, Weebly und wie sie alle heissen: Sogenannte Web-Baukastensysteme ermöglichen es dir, eine ansprechende Website ohne Programmierkenntnisse selber zu gestalten und zu veröffentlichen. Du wählst ein Grunddesign (Template), füllst Texte und Bilder ein, passt das Design an und veröffentlichst dein Werk.

Aber aufgepasst: Es gibt Hunderte solcher Baukästen, und nicht alle halten, was sie versprechen. Insbesondere die Baukästen von Firmen, die eigentlich auf die Registrierung von Internetadressen (Domains) und auf das Veröffentlichen von Websites (Hosting) spezialisiert sind, sind häufig wenig ausgereift.

Für die Deutschschweiz kommen vor allem deutschsprachige Baukästen aus anderen Ländern in Frage. Es ist mir kein Baukasten aus der Schweiz bekannt, der mit der Konkurrenz aus dem Ausland mithalten kann.

Besser zu den Spezialisten gehen

In der Regel fährst du also mit den grossen internationalen Baukästen, die sich auf dieses Geschäft spezialisiert haben, am besten. Weil diese Firmen Millionen von Kunden haben, verfügen sie über die nötigen finanziellen Mittel, um ihr System ständig zu verbessern und auch Details in den Griff zu bekommen.

Das ist insbesondere wichtig, wenn neue Geräte, Browser und Sicherheitsprobleme auftauchen: Damit deine Website auch noch in paar Monaten auf allen Geräten und mit allen Browsern korrekt angezeigt wird, muss dein Baukastenbetreiber regelmässig Updates machen.

Unter anderem dafür bezahlst du eine Jahresgebühr. Die beträgt meist ungefähr 200 Franken und schliesst immer das Hosting (Speicherplatz für deine Website) und je nach Anbieter auch die Domain (Internetadresse) mit ein. Teilweise gibt es kostenlose Angebote, aber mit diesen kannst du keine eigene Domain verwenden, und es wird auf deiner Website Werbung eingeblendet, was beides einen unprofessionellen Eindruck hinterlässt.

Gegenwärtig arbeite ich mit den folgenden fünf Baukästen:

Der klassische: Jimdo

Jimdo war im deutschsprachigen Raum lange der Lieblingsbaukasten vieler: Er ist sehr einfach aufgebaut, bietet eine breite Auswahl an Designs und beschäftigt ein junges, engagiertes Team in Deutschland.

Vor Kurzem haben die Hamburger das klassische Jimdo - heute Jimdo Creator genannt - ergänzt durch einen weiteren Baukasten: Jimdo Dolphin. Damit wurde es noch einfacher, Websites zu erstellen, allerdings zum Preis einer eingeschränkten Vielfalt an Funktionen und einer hohen Abonnementsgebühr. Immerhin ist das Grunddesign von Dolphin - es gibt nur eines - an der aktuellen Mode ausgerichtet.

Auch den Creator kann ich durchaus noch empfehlen, er ist etwas flexibler und günstiger als Dolphin. Allerdings wird er von Jimdo stiefmütterlich behandelt, was neue Funktionen angeht. Abschliessend ist festzuhalten, dass Jimdo grossen Wert auf das Thema Datenschutz legt: Die wichtigsten gesetzlichen Erfordernisse sind bei beiden Varianten von Jimdo automatisch voreingestellt.

Der minimalistische: Webnode

Webnode aus Tschechien ist mindestens so einfach wie der Jimdo Creator aufgebaut, bietet aber deutlich modernere Designs. Diese sind zwar ziemlich unflexibel, aber dafür ist die Benutzeroberfläche super aufgeräumt und logisch gestaltet.

Sehr praktisch sind die bereits vorhandenen Icons und Bilder, automatische Anpassungen je nach gewähltem Hintergrund sowie ein paar wenige, aber peppige Zusatzeffekte. Ausserdem arbeitet der deutschsprachige Kundendienst sehr engagiert.

Da verzeiht man es den Tschechen, dass es den einen oder anderen «ruckeligen» Moment gibt bei der Gestaltung einer Website und man sich - anders als bei Jimdo, Weebly und Squarespace (siehe unten) - von Anfang an für ein Design entscheiden muss. Wie bei Jimdo erhältst du bei Webnode übrigens alles aus einer Hand: Du kannst dort ebenfalls eine Schweizer Domain registrieren und dazugehörige E-Mail-Adressen einrichten.

Webnode ist in der Schweiz deutlich seltener vertreten als die anderen hier vorgestellten Baukästen (siehe Statistik), erreicht aber international doch eine beachtliche Grösse.


Der ausgewogene: Weebly

Weebly schafft schon fast die Quadratur des Kreises: Moderne Designs, kombiniert mit einer super-intuitiven Bedienung und einer beachtlich grossen Vielfalt an Gestaltungsmöglichkeiten.

Verschiedene Schweizer Anbieter vertreiben Weebly (teilweise Sitebuilder genannt), darunter Cyon, Hostfactory und Webland. Das hat den Vorteil, dass man nicht verschiedene Kundenbeziehungen eingehen muss (für die Website, für die Domain und für das E-Mail-Konto), sondern alles bei einer (Schweizer) Firma beziehen kann, und das zu einem erstaunlich günstig Preis!


Der stylishe: Squarespace

Squarespace aus New York bietet von allen Baukästen eindeutig am meisten Style. Die sehr hochwertigen, ausgereiften Designs haben von Anfang an das Herz von Fotografen und anderen Kreativen erobert, später auch vieler anderer.

Die Bedienung ist bei Squarespace zwar ein wenig komplizierter als bei Jimdo, Webnode und Weebly, aber durchaus noch übersichtlich. Belohnt wirst du mit vielen Styling-Funktionen, die aber glücklicherweise die Grunddesigns optisch nicht «auseinanderfallen lassen» (im Unterschied zu Wix, siehe unten). Nicht ganz optimal scheint mir die Ladegeschwindigkeit von Squarespace-Seiten zu sein.

Bei Squarespace (wie auch bei Weebly und Wix) erhältst du nur die Nutzung und das Hosting, eine Schweizer Domain musst du anderswo (zum Beispiel bei Hostpoint oder - falls du auch grad eine E-Mail-Adresse brauchst - bei Infomaniak) registrieren und dann mit Squarespace verbinden. Das funktioniert aber problemlos.

Der vielseitige: Wix

Obwohl in vielen deutschsprachigen Tests Sieger, kommt bei mir Wix aus Israel nicht an erster Stelle. Du hast im Wix Editor zwar ein riesiges Angebot an gestalterischen und funktionalen Möglichkeiten, aber das ist gleichzeitig auch ein Nachteil.

Aber der Reihe nach: Wix ist äusserst erfolgreich dank seiner Flexibilität. Denn im Wix Editor kannst du die Elemente frei auf der Oberfläche verschieben und mit unzähligen Tools formatieren. Es gibt einen umfangreichen App-Markt, mit dem du auch Funktionen einbinden kannst, die sonst mit Baukästen nicht möglich sind. Und die Designs sind modern und vielfältig.

Der Haken daran ist: Wix-Seiten sind etwas aufwändiger als Jimdo-, Weebly- und Webnode-Seiten, und es besteht die Gefahr, dass die eigentlich tollen Designs nicht mehr einheitlich, «sauber» und dadurch hochwertig daherkommen, weil du zu viel daran «herumgeschraubt» hast.

Mit Wix ADI hat Wix übrigens so etwas wie Jimdo Dolphin im Angebot (oder umgekehrt). Der grosse Vorteil von Wix ADI gegenüber Jimdo Dolphin ist, dass du vom einfachen Wix ADI zum komplexen Wix Editor wechseln kannst, ohne die Inhalte zu verlieren.


Diese Beschreibungen basieren zwar auf konkreten Erfahrungen, sind aber, wie du unschwer erkennen kannst, sehr subjektiv gefärbt. Das Erstellen von Vergleichstabellen überlasse ich anderen. Ich gebe dir aber gerne mein Wissen und meine Erfahrungen weiter, zusammen mit dem Tipp: einfach ausprobieren und schauen, welches System dir entspricht. Und wenn du Hilfe brauchst, unterstütze ich dich gerne.


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